Laut Gesetzgebung (LärmVibrationsArbSchV), muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass Mitarbeiter, die einem Lärmpegel von mehr als 80 dB (A) ausgesetzt sind, über die Risiken unterwiesen werden, damit neue Verhaltensweisen angesichts des Lärmrisikos entwickelt werden.

Über den rechtlichen Aspekt der Unterweisung und der Information hinaus, hat eine US-Studie gezeigt, dass Mitarbeiter, die bzgl. der Lärmrisiken sensibilisiert wurden, sich besser schützen. Wenn sie die Risiken verstehen, nehmen sie die richtigen Sicherheitsmaßnahmen an.

Wie können Sie Ihre Botschaft wirksam vermitteln und dauerhaft die Gewohnheiten Ihrer Mitarbeiter ändern? Welche Schritte müssen eingehalten werden, um eine erfolgreiche Kampagne für Lärmprävention durchzuführen?

Mann, der gerade seine Mitarbeiter für die Risiken von Lärm sensibilisiert

Überprüfen Sie den Wissensstand zum Thema "Lärmrisiko"

Sie wollen eine Präventionskampagne auf die Beine stellen, wissen aber nicht, wie es geht? Es wird empfohlen, als ersten Schritt eine Bilanz in 3 Schritten zu erstellen.

1. Schritt: Testen Sie den Wissensstand Ihrer Mitarbeiter

Kennen Ihre Mitarbeiter die Auswirkungen von Hörverlusten? Ab welchem Lärmpegel wird Lärm zu einer Gefahr? Was sind die direkten Auswirkungen (Schwierigkeiten beim Hören, Tinnitus, etc.) und was sind die indirekten Auswirkungen (Müdigkeit, Stress, Konzentrationsschwierigkeiten, etc.) auf ihr berufliches und privates Leben?

Hierbei handelt es sich um eine Bestandsaufnahme bevor Sie Maßnahmen einleiten. Zögern Sie nicht, regelmäßig das Wissen Ihrer Mitarbeiter während Ihrer Präventionskampagne zu überprüfen, damit Sie erfahren, ob die Kampagne erfolgreich ist.

2. Schritt: Bewerten Sie das Lärmrisiko

In welchen Situationen ist Lärm eine Gefahr in Ihrem Unternehmen? Welche Präventionskampagnen haben Sie bereits in Ihrem Unternehmen durchgeführt? Nehmen wir ein paar Beispiele.

Herr Meier arbeitet in einer Firma für Metallstanzanwendungen. Er trägt seine Ohrenstöpsel die ganze Zeit an der Walze, aber er trägt sie nicht, wenn er die Werkstatt durchquert, um zu seinem Arbeitsplatz zu gelangen. Auf diese Weise gefährdet er sein Gehör dadurch, dass er es dem Lärmpegel der Werkstatt und der Maschinen aussetzt.

Frau Peter muss regelmäßig mit ihren Kollegen im gleichen Lärmbereich kommunizieren. Damit sie ihre Kollegen versteht, hat sie sich daran gewöhnt, eine Seite ihres Kapselgehörschutzes über ihrem Ohr zu platzieren. Diese Situation ist gefährlich. Denn ein Gehörschutz, der für nur zwei Minuten an einem 8-Stunden-Tag nicht getragen wird, verliert 25% seiner Wirksamkeit.

Diese Alltagsbeispiele müssen bewertet werden, damit sie nicht wieder passieren. Zögern Sie nicht, diese gefährlichen Situationen in einem Risikoformular zu dokumentieren.

3. Schritt: Fassen Sie die Daten zusammen und erarbeiten Sie einen Aktionsplan

Welche Lehren können Sie aus den Kenntnissen und Gefahrensituationen Ihrer Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen ziehen? Gibt es Maßnahmen, die prioritär eingeleitet werden müssen?

Durch die Bilanz der Wissensfragebögen und der Risikobewertung, erhalten Sie ein vollständigeres Bild von der Situation und eine bessere Sicht auf die Bereiche, die verbessert werden müssen, damit die Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen bzgl. des Lärmrisikos sensibilisiert werden.

Lärmschutzunterweisung

Die Lärmschutzunterweisung ist ein wesentlicher Bestandteil Ihrer Präventionskampagne. Geben Sie Ihren Mitarbeitern ein gemeinsames Ziel. Motivieren Sie sie regelmäßig! Ihre Mitarbeiter werden sich beteiligen und werden sich ihrer Verantwortung bewusst sein. Diese Sensibilisierung erfolgt durch visuelle Tools (Plakate) als auch durch Präventions-Workshops.

Präventions-Workshops einführen

Setzen Sie die Lärmsensibilisierung in den Mittelpunkt des Geschehens. Sie können dies selbst durchführen oder aber einen externen Berater damit beauftragen. Achten Sie darauf, dass Sie nicht mehr als 20 Personen pro Gruppe sensibilisieren, damit Ihre Mitarbeiter aktiv mitmachen können.

Nutzen Sie Plakate

Gruppe, die gerade ein Plakat zum Thema Lärmsensibilisierung anschaut.

Einer der effektivsten Kommunikationskanäle ist die visuelle Unterstützung durch Sensibilisierungsplakate. Einige Tipps für eine erfolgreiche Plakat-Kampagne.

Vermitteln Sie klare Botschaften

Die Themen, die angegangen werden sollten, um das Bewusstsein Ihrer Mitarbeiter bzgl. Lärm zu wecken, sind zahlreich. Beispiel:

  • Wichtigkeit des Tragens von Gehörschützern zu 100% der Zeit in Lärmbereichen
  • Die Funktionsweise des Ohres
  • Die Auswirkungen von Lärm auf das Gehör

Um es Ihren Mitarbeitern leichter zu machen, verwenden Sie konkrete Beispiele aus Ihrem Unternehmen, um die Lärmproblematik zu veranschaulichen.

Setzen Sie auf den visuellen Aspekt

Die Art, wie Sie die Tools präsentieren, ist ebenso wichtig wie die Themen selbst. Vergewissern Sie sich, dass Ihre Plakate aus der Ferne sichtbar sind und die Aufmerksamkeit Ihrer Mitarbeiter auf sich ziehen. Verwenden Sie große Überschriften und zögern Sie nicht auch Bilder zu verwenden.

Hängen Sie die Plakate an unterschiedlichen Orten auf

Ihre Kampagne zielt darauf ab, das Bewusstsein zum Thema "Lärm" zu erhöhen, so dass Ihre Plakate an strategischen Orten, die oft von Ihren Mitarbeitern besucht werden, wie zum Beispiel am Eingang der Lärmbereiche, in den Umkleideräumen und Pausenräumen, platziert werden müssen. Um die Botschaften zu erneuern, wechseln Sie regelmäßig Ihre Plakate, um die Aufmerksamkeit Ihrer Mitarbeiter auf das Lärmrisiko aufrecht zu erhalten.

Laden Sie Sensibilisierungsplakate herunter

Individuelle Sensibilisierung

Individuelle Sensibilisierungen zum Thema "Lärm" ist die ideale Ergänzung zu den in Ihrem Unternehmen ergriffenen Maßnahmen, die für alle gelten. Dank dieser fühlen sich Ihre Mitarbeiter geschätzt und ernst genommen.

Beziehen Sie die Personalabteilung mit ein

Bekräftigen Sie Ihre Botschaften und setzen Sie die Prävention in den Mittelpunkt Ihrer Unternehmensstrategie, indem Sie die Personalabteilung mit einbeziehen. Verteilen Sie zum Beispiel Ihre Botschaften zur Lärmprävention zusammen mit den Lohnzetteln, damit Ihre Mitarbeiter persönlich angesprochen werden.

Setzen Sie Informationstermine

Nutzen Sie die Treffen mit dem Betriebsarzt, um gemeinsam das Thema "Gesundes Hören" anzugehen und sich auf die Maßnahmen zu konzentrieren.

Vervollständigen Sie die Lärmschutzunterweisungen mit individualisierten Inhalten

Bereiten Sie Materialien vor, die Ihre Mitarbeiter nach den Workshops behalten können, um Ihre Aktionen abzuschließen und zu individualisieren. Diese Lernmaterialien (Flyer, Postkarten etc.) erhöhen das Bewusstsein bzgl. der Risiken für Ihre Mitarbeiter und entwickeln verantwortliches Verhalten.

Unterweisen Sie Ihre Mitarbeiter

Um sicherzustellen, dass Ihre Präventionskampagnen erfolgreich sind, unterweisen Sie Ihre Mitarbeiter, indem sie die Hauptthemen bzgl. Lärm im Unternehmen ansprechen:

Lärm stellt eine Gefahr dar

Das Gehör wird gefährdet, wenn der Schallpegel an einem 8-stündigen Arbeitstag 80 dB (A) überschreitet, ohne die indirekten Auswirkungen auf den Körper (Müdigkeit, Nervosität usw.) mitzuzählen. Alle Ihre Mitarbeiter müssen sich dieser Tatsache bewusst sein, um ihre Gesundheit zu schützen.

Gehörschutz muss 100% der Zeit im Lärm getragen werden

Ein Gehörschutz, der 2 Stunden an einem 8-Stunden-Tag nicht getragen wird, verliert 75% seiner Wirksamkeit. Die Mitarbeiter zu ermutigen, sich während der gesamten Dauer ihrer Exposition zu schützen, ist eine Garantie für Wirksamkeit.

Es ist wichtig, den Gehörschutz richtig im Ohr einzusetzen, damit der Gehörschutz optimal schützt

Wenn ein Gehörschutz, unabhängig vom Typ, nicht bequem für den Nutzer ist, wird er nicht getragen werden. Achten Sie darauf, dass dieses Thema angesprochen wird, damit Ihre Lösung von Ihren Mitarbeitern angenommen wird und damit das Risiko von akustischen Leckagen verhindert wird.

Denken Sie daran, dass diese Themen regelmäßig wiederholt werden müssen, damit Ihre Mitarbeiter sich weiterhin angesprochen fühlen.

Planen Sie Ihre Aktionen

Für eine gute Organisation, können Sie eine dreimonatige Präventionskampagne planen.

Beispiel für eine dreimonatige Präventionskampagne

All diese Aktionen ermöglichen es Ihnen, Ihr Ziel "einer 0%-Quote von berufsbedingter Lärmschwerhörigkeit" in Ihrem Unternehmen zu erreichen.

Damit Sie nichts vergessen, finden Sie alle wichtigen Aspekte bezüglich einer erfolgreichen Präventionskampagne in Ihrem White Paper. Klicken Sie hierfür auf den folgenden Link.

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